Aschfahl

1.0 Aschfahl mit Tintenflecken

1.0 Aschfahl mit Tintenflecken

Aschfahle Brieftauben sind Tauben mit roter Grundfarbe welche den Ausbreitungsfaktor für Farbe (Spread) tragen. Kombiniert man Aschfahle mit Schwarzen, so entstehen die typischen Tintenmänner mit den schwarzen Spritzern im Gefieder. Schwarze Jungtiere aus solch einer Verpaarung sind immer weiblich.  Dies liegt an der geschlechts- gebunden Vererbung der Grundfarbe. Siehe hierzu den Beitrag zur geschlechtsgebundenen Vererbung.

Die Vererbung der Grundfarben

Die Vererbung der Grundfarben bei Brieftauben unterliegt den Regeln der geschlechtsgebundenen Vererbung. Die Erbinformation für die Grundfarbe liegt demnach auf den Geschlechtschromosomen. Weibliche Brieftauben tragen die Erbinformation für die Grundfarbe nur einfach, während männliche Brieftauben die Erbinformation für Grundfarbe doppelt auf den Geschlechtschromosomen tragen.

Schwingen einer Dominant roten Brieftaube,  mischerbig für Schwarz

Schwingen einer Dominant roten Brieftaube, mischerbig für Schwarz, ersichtlich an den schwarzen Tintenflecken.

Demnach können Täuber beides, reinerbig oder mischerbig für die Grundfarbe sein. Ein Beispiel zum Verständnis für Reinerbigkeit und Mischerbigkeit finden Sie in folgendem Beitrag: Reinerbigkeit und Mischerbigkeit. Ist ein Täuber mischerbig für die Grundfarbe, beispielsweise für rot und schwarz, so wird er in seinem äußeren Erscheinungsbild aufgrund der Dominanz von rot über schwarz, die rote Farbe tragen obwohl er genetisch auch die Erbinformation für die schwarze Farbe trägt. Dies ist auch anhand von schwarzen Tintenflecken im Gefieder ersichtlich.

Weibchen hingegen können nach den Regeln der geschlechtsgebundenen Vererbung nicht mischerbig für die Grundfarbe sein. Sie erhalten die Erbinformation für die Grundfarbe nur einfach von Ihrem Vater vererbt. Dies bedeutet, dass Weibchen gentechnisch immer die Grundfarbe besitzen welche sie im äußeren Erscheinungsbild tragen. Für die den Weibchen fehlende Erbinformation wird in der Genetik zur Vereinfachung ein X verwendet.

Welche Grundfarbe eine Brieftaube bei der Vererbung erhält, unterliegt der Regel von Rezessivität und Dominanz der Grundfarben.

Kurz und einfach kann man es wie folgt darstellen:

  • Die rote Grundfarbe verhält sich dominant über die schwarze und braune Grundfarbe.
  • Die schwarze Grundfarbe verhält sich dominant über die braune Grundfarbe.
  • Die schwarze Grundfarbe verhält sich rezessiv zur roten Grundfarbe.
  • Die braune Grundfarbe verhält sich rezessiv zur roten und zur schwarzen Grundfarbe

Beispiel 1:

Beispiel_1Verpaaren wir einen reinerbig roten Täuber mit einer schwarzen Täubin, so erhalten wir in der Nachzucht folgende Jungtiere: 50 Prozent rote Weibchen und 50 Prozent äußerlich rote Täuber welche aber alle mischerbig für die schwarze Grundfarbe sind.

 Beispiel 2:

Beispiel_2Verpaaren wir einen mischerbigen Täuber für rot und schwarz aus Beispiel 1 zurück an seine schwarze Mutter, so erhalten wir in der Nachzucht folgende Jungtiere: 25 Prozent sind rote Weichen, 25 Prozent schwarze Weibchen, 25 Prozent schwarze Täuber in Reinerbigkeit, 25 Prozent rote Täuber mischerbig für schwarz.

 Beispiel 3:

Beispiel_3Verpaaren wir einen reinerbig schwarzen Täuber mit einer braunen Täubin, so erhalten wir in der Nachzucht folgende Jungtiere: 50 Prozent schwarze Weibchen und 50 Prozent äußerlich schwarze Täuber welche aber alle mischerbig für die braune Grundfarbe sind.

 Beispiel 4:

Beispiel_4Verpaaren wir einen mischerbigen Täuber für braun und schwarz aus Beispiel 3 zurück an seine braune Mutter, so wird die Nachzucht folgende Jungtiere bringen: 25 Prozent braune Weibchen, 25 Prozent schwarze Weibchen, 25 Prozent braune Täuber in Reinerbigkeit, 25 Prozent schwarze Täuber mischerbig für braun.

Reduced

1.0 Reduced gehämmert 3 Jährig

1.0 Reduced gehämmert 3 Jährig

Reduced ist ein rezessiv geschlechts- gebundener Erbfaktor und trägt das genetische Symbol r. Reduced stammt aus dem englischen und bedeutet übersetzt reduziert. Der Erbfaktor setzt die Intensität der Färbung herunter. Kombiniert mit anderen Erbfaktoren kann Reduced bei Brieftauben für farblich sehr attraktiv erscheinende Nachzuchten sorgen. Man geht davon aus dass Reduced als Allel von Rubella im Erbgefüge steht. Kombinationen von Reduced und Rubella können mitunter farblich sehr attraktiv wirken.

0.1 Reduced gehämmert 2 Jährig

0.1 Reduced gehämmert 2 Jährig

Kombiniert man Reduced farbige Brieftauben beispielsweise mit Dominant Opal farbigen Brieftauben, so wirkt sich der Reduced Erbfaktor mit rosa Farbtönen in den Zeichnungsanlagen der Nachzucht aus. Silbergraue Brieftauben lassen sich erzüchten wenn Reduced farbige Brieftauben in gehämmerter oder dunkler Variante mit Brieftauben kombiniert werden, welche den Ausbreitungsfaktor für Farbe (Spread) tragen. Kombiniert man Reduced farbige Brieftauben mit bindiger Zeichnungsanlage mit dem Ausbreitungsfaktor für Farbe, so können hellblaugraue mit weißen Binden entstehen.

 

Die Grundfarben

Brieftauben können in den meisten Fällen anhand Ihres äußeren Erscheinungsbildes ihrer entsprechenden Grundfarbe zugeordnet werden. Dennoch existieren einige Erbfaktoren die das äußere Erscheinungsbild mehr oder weniger stark modifizieren. Dies erschwert teilweise eine entsprechende Zuordnung. Ebenfalls gibt es Erbfaktoren welche die Grundfarbe komplett überdecken. So zum Beispiel das „Rezzesiv Rot„. Neben der weißen Grundfarbe welche als Sonderfall betrachtet werden muss, kann zwischen drei verschiedenen Grundfarben unterschieden werden:

Die schwarze Grundfarbe:

blaubindige_Brieftaube

Blaubindig (schwarze Grundfarbe)

Der Vorfahre aller domestizierten Taubenrassen und somit auch der Brieftauben ist die Felsentaube. Die blaubindigen Felsentauben tragen die schwarze Grundfarbe in Reinerbigkeit. Dies ist mitunter der Grund, warum schwarz die am häufigsten vorkommende Grundfarbe aller Taubenrassen darstellt. Der schwarzen Grundfarbe können alle Varianten der blauen und schwarzen Farbschläge zugeordnet werden.

Die rote Grundfarbe:

dominantrote_Brieftaube

Dominant Rot (rote Grundfarbe)

Die rote Grundfarbe wird mitunter als Brieftaubenrot, Aschrot oder Dominant Rot bezeichnet. Die rote Grundfarbe entstand aus einer Mutation der schwarzen Grundfarbe. Typisch für Brieftauben mit roter Grundfarbe ist die hellgraue Färbung der Schwingen und Schwanzfedern, welche oft auch als „Fahl“ bezeichnet wird.

Die braune Grundfarbe:

Braunschimmel_0.1

Braun Schimmel (braune Grundfarbe)

Die braune Grundfarbe entstand ebenfalls aus einer Mutation aus der schwarzen oder der roten Grundfarbe. Brieftauben mit brauner Grundfarbe sind relativ selten zu finden. Braun wurde erst relativ spät in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts als eigenständige Grundfarbe erkannt.

 

Paarungen von Brieftauben mit verschiedenen Grundfarben sind im Ergebnis relativ leicht vorhersehbar. Dies liegt daran, dass sich die Grundfarben in gegenseitigem Verhältnis entsprechend dominant oder rezessiv verhalten.  Sehen Sie dazu den Artikel => Die Vererbung der Grundfarben.

Reinerbig und Mischerbig

Die Begriffe reinerbig und mischerbig sollen anhand von einem einfachen Beispiel mit dem Erbfaktor der Grundfarbe erklärt werden.

Nehmen wir an wir verpaaren als Beispiel Nummer 1 einen für die Grundfarbe reinerbig roten Vogel mit einer schwarzen Täubin. Wir  werden in der Nachzucht aus diesem Paar folgendes Ergebnis erhalten:

50 Prozent der Nachzucht wird aus roten Weibchen
bestehen und 50 Prozent der Nachzucht wird aus äußerlich roten Täubern bestehen die allerdings alle mischerbig für die schwarze Grundfarbe sind. Siehe hierzu nachfolgende Grafik:

reinerbig_mischerbig

 

 

 

 

Wir wissen nun, dass die Jungtäuber aus Beispiel 1 mischerbig für die Grundfarben rot und schwarz sind. Gibt es einen optischen Unterschied zu Ihrem Vater, welcher die rote Grundfarbe in Reinerbigkeit besitzt? Die Antwort lautet „in diesem Fall“ ja. Mit zunehmendem Alter werden die Jungtäuber mehr und mehr schwarze Tintenflecken bekommen, während ihr Vater dieses Merkmal nicht zeigt, da er reinerbig für die rote Grundfarbe ist.

Schwingen einer Dominant roten Brieftaube,  mischerbig für Schwarz

Schwingen von einem Roten Brieftauben Täuber, mischerbig für die Schwarze Grundfarbe, erkennbar an den Schwarzen  Tintenflecken.

reinerbig_rot

Flügel und Schwingen von einem reinerbig Roten Täuber, komplett ohne Schwarze Tintenflecken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

bsp_2

Im Umkehrschluss wollen wir mit einem zweiten Beispiel prüfen, was passiert wenn wir nun einen der Jungtäuber aus Beispiel 1 mit einer roten Täubin verpaaren. Wie wir an nebenstehender Grafik erkennen können, werden sich in der Nachzucht zu 25 Prozent rote Weibchen, zu 25 Prozent schwarze Weibchen und zu 50 Prozent reinerbig rote Täuber einstellen.

Nicht bei allen Erbfaktoren ist eine Mischerbigkeit so deutlich sichtbar wie beim Beispiel mit den roten Brieftauben Täubern und den schwarzen Tintenflecken. Es gibt eine Vielzahl an Erbfaktoren bei welchen eine Mischerbigkeit am äußeren Erscheinungsbild nicht erahnt werden kann. Die Mischerbigkeit wird in diesen Fällen verdeckt getragen, kann aber jederzeit im Verlaufe der Zucht und bei entsprechenden Kombination mit anderen Erbfaktoren sichtbar in Erscheinung treten.

Die Vererbung der Zeichnungsanlagen

ZeichnungsanlagenEs werden vier verschiedene Zeichnungsanlagen bei Tauben unterschieden. Hohlig, bindig, gehämmert und dunkelgehämmert. Die Zeichnung wird unabhängig von der Grundfarbe vererbt. Die Vererbung der Zeichnungsanlagen erfolgt in Abhängigkeit der jeweiligen Dominanz oder Rezessivität zueinander. Brieftauben können Ihre Zeichnungsanlagen in Reinerbigkeit oder in Mischerbigkeit tragen.

Genetische Symbole für die Zeichnungsanlagen:

Hohlig:                        c
Bindig:                        +     (Zeichnungsanlage vom Wildtyp)
Gehämmert:                C    (englisch für Checker)
Dunkelgehämmert:     CT   (englisch für T-Pattern Checker)

Die Erbinformation für die Zeichnungsanlagen kommt vom Vater und von der Mutter. Die Brieftaube trägt diese Erbinformation also doppelt.

Symbol Darstellung für Reinerbige Zeichnungsanlagen:

Reinerbig hohlig:                            c c
Reinerbig bindig:                            + +
Reinerbig gehämmert:                  C C
Reinerbig dunkelgehämmert:      CT CT

Symbol Darstellung für Mischerbige Zeichnungsanlagen:

Mischerbig bindig und gehämmert:                             + C
Mischerbig Bindig und hohlig:                                      + c
Mischerbig bindig und dunkelgehämmert:                + CT
Mischerbig gehämmert und hohlig:                             C c
Mischerbig gehämmert und dunkelgehämmert:       C CT
Mischerbig hohlig und dunkelgehämmert:                c CT

Die Reihenfolge der Dominanz bei den Zeichnungsanlagen:

Dunkelgehämmert ist dominant über Gehämmert, Bindig und Hohlig
.
Gehämmert ist dominant über Bindig und Hohlig.
Bindig ist dominant über Hohlig.

Als Reihenfolge sortiert nach der Dominanz ergibt sich also folgendes Schema:

dunkelgehämmert – gehämmert – bindig – hohlig <=> oder <=> CT – C – + – c

Beispiele für die Vererbung der Zeichnungsanlagen:

Beispiel 1:

Zeichnungsanlagen_1Wir verpaaren einen reinerbig bindigen Täuber mit einer reinerbig gehämmerten Täubin. Wie in der Abbildung links zu erkennen ergibt sich, dass alle Jungtiere aus diesem Paar mischerbig für die bindige und die gehämmerte Zeichnungsanlage sind. Äußerlich werden aufgrund der Dominanz von gehämmert über bindig alle Jungtiere die gehämmerte Zeichnungsanlage tragen.

Beispiel 2:

Zeichnungsanlagen_2Wir verpaaren zwei Jungtiere aus Beispiel 1 welche mischerbig für die bindige und die gehämmerte Zeichnungsanlage sind. Äußerlich zeigen beide die gehämmerte Zeichnungsanlage. Als Nachzucht aus dieser Paarung erhalten wir zu 25% C C reinerbig gehämmerte, zu 25% + + reinerbig bindige, sowie zu 50% + C mischerbige Jungtiere für die gehämmerte und die bindige Zeichnung. Die mischerbigen Jungtiere zeigen äußerlich aufgrund der Dominanz von gehämmert über bindig die gehämmerte Zeichnung.

Beispiel 3:

Zeichnungsanlagen_3In diesem Beispiel verpaaren wir einen reinerbig dunkelgehämmerten Täuber mit einer mischerbigen Täubin für die bindige und gehämmerte Zeichnungsanlage. Wie im Bild links zu erkennen erhalten wir folgende Nachzucht: 50% sind CT + also mischerbig für die dunkelgehämmerte und die bindige Zeichnungsanlage. 50 % sind CT C also mischerbig für die dunkelgehämmerte und die gehämmerte Zeichnungsanlage. Aufgrund der Dominanz von dunkelgehämmert über alle anderen Zeichnungsanlagen werden alle Jungtiere äußerlich dunkelgehämmert sein.

Beispiel 4:

Zeichnungsanlagen_4Aus Beispiel 3 verpaaren wir einen für die dunkelgehämmerte und bindige Zeichnungsanlage mischerbigen Täuber mit einer für die dunkelgehämmerte und gehämmerte Zeichnungsanlage mischerbige Täubin. Wie im Bild rechts zu erkennen erhalten wir folgende Nachzucht: 25% werden CT CT reinerbig dunkelgehämmert sein. 25% werden + CT mischerbig für dunkelgehämmert und bindig sein. Äußerlich tragen diese Tiere die dunkelgehämmerte Zeichnung wegen der Dominanz von dunkelgehämmert über bindig. 25% werden CT C mischerbig für dunkelgehämmert und gehämmert sein. Äußerlich tragen diese Tiere die dunkelgehämmerte Zeichnung wegen der Dominanz von dunkelgehämmert über gehämmert. 25% werden + C mischerbig für gehämmert und bindig sein. Äußerlich tragen diese Tiere die gehämmerte Zeichung wegen der Dominanz von gehämmert über bindig.

Beispiel 5:

Zeichnungsanlagen_5Im abschließenden Beispiel verpaaren wir einen reinerbig hohligen Täuber mit einer mischerbigen Täuben für gehämmert und bindig. 50% der Jungtiere werden c C mischerbig für hohlig und gehämmert sein. Aufgrund der Rezessivität von hohlig zu gehämmert zeigen diese Tiere äußerlich die gehämmerte Zeichnung. 50 % der Jungtiere werden c + mischerbig für hohlig und bindig sein. Aufgrund der Rezessivität von hohlig zu bindig zeigen diese Tiere äußerlich die bindige Zeichnung.

Braun

1.0 Braun gehämmert 2 Jährig

1.0 Braun gehämmert 2 Jährig

Braune Brieftauben sind sehr schön aber relativ selten anzutreffen. Braun gehört neben schwarz und rot zu den Grundfarben der Brieftauben. Im Brieftaubensport wüsste ich niemand der bei Wettflügen auf braune Brieftauben setzt. Dies hat wie ich meine nichts mit der Leistungsfähigtkeit der Tiere zu tun, sondern vielmehr mit der Unwissenheit von aktiven Brieftauben Züchtern, dass farbige Brieftauben genau so gut fliegen können wie blaue, gehämmerte oder rote Brieftauben.

0.1 Braun dunkel gehämmert

0.1 Braun dunkel gehämmert

Wie auch bei den roten und schwarzen Brieftauben (blaue Brieftauben = schwarze Grundfarbe), gibt es braune Brieftauben mit allen Zeichnungsanlagen. Gehämmert, bindig oder hohlig. Braun verhält sich bei der Vererbung der Grundfarbe rezessiv gegenüber rot und schwarz. Die Vererbung der Grundfarbe ist bei braunen Brieftauben rezessiv geschlechts- gebunden. Wer braune Brieftauben züchten möchte, muss also auf ein braunes Paar zurückgreifen oder braucht einen Täuber der die braune Grundfarbe zumindest in Mischerbigkeit trägt

0.1 Bronze Schimmel 2 Jährig aus Choco x Braun Schimmel Kombination

0.1 Bronze Schimmel 2 Jährig aus 1.0 Choco x 0.1 Braun Schimmel Kombination mit sehr schöner Bronze

In Kombination mit anderen das Erscheinungsbild modifizierende Erbfaktoren, lässt sich mit braunen Brieftauben allerhand buntes und farblich attraktives erzüchten. Insbesondere die Kombination mit rezessiv roten Brieftauben (Choco Meulemans) ergibt sehr schöne Nachzucht mit sehr intensiven Bronzetönen. Als Beispiel für diese Kombination dient das Bild links. Dieses Tier trägt zusätzlich noch dem Schimmel Erbfaktor da seine Mutter eine Braunschimmel Täubin ist. Das Tier im Bild trägt „nicht“ die braune Grundfarbe. Dies ist der rezessiv geschlechtsgebundenen Vererbung geschuldet.

0.1 Braun Spread (Ausbreitungsfaktor für Farbe)

0.1 Braun Spread (Ausbreitungsfaktor für Farbe)

Auch bei der braunen Grundfarbe gibt es wie bei der roten und schwarzen Grundfarbe einfarbig braune Exemplare welche den Ausbreitungsfaktor für Farbe (Spread) tragen. Die verdünnte Variante von braun wird Khaki genannt.

Der Ausbreitungsfaktor für Farbe (Spread)

0.1 Einfarbig Schwarz (Spread)

0.1 Einfarbig Schwarz (Spread) 1 Jährig

Der Ausbreitungsfaktor für Farbe wurde in der Genetik mit dem Symbol S versehen. S steht für Spread, englisch für ausbreiten. Der Ausbreitungsfaktor bewirkt, dass sich die Grundfarbe der Brieftaube über das gesamte Gefieder ausbreitet und die Zeichnungsanlagen überdeckt werden. Trägt eine Brieftaube den Ausbreitungsfaktor für Farbe, so wird Ihr äußerliches Erscheinungsbild einfarbig sein. So zum Beispiel einfarbig schwarz, einfarbig braun oder einfarbig rot (dominant rot).

0.1 Einfarbig Braun (Spread) 2 Jährig

0.1 Einfarbig Braun (Spread) 2 Jährig

Der Ausbreitungsfaktor für Farbe gehört nicht zu den Zeichnungsanlagen der Brieftauben sondern ist ein eigenständiges Gen im Erbgefüge. Die Zeichnungsanlagen sind trotz der Einfarbigkeit vorhanden und werden lediglich überdeckt. Bei wenig intensiv gefärbten einfarbigen Brieftauben kann man die Zeichnungsanlagen unter der Einfarbigkeit durchschimmern sehen. Intensiv gefärbte Einfarbige lassen keine Zeichnungsanlagen erahnen. Wer wissen will was ein Tier unter dem Ausbreitungsfaktor für Farbe trägt, kann mit einer Test Paarung und den Regeln der Vererbung der Zeichnungsanlagen leicht bestimmen was das Tier unter seinem „Spread Mantel“ trägt.

  • Brieftauben aus dem blauen Farbschlag (schwarze Grundfarbe) erscheinen bei Vorhandensein von Spread einfarbig schwarz.
  • Brieftauben mit roter Grundfarbe erscheinen bei Vorhandensein von Spread einfarbig fahl.
  • Brieftauben mit brauner Grundfarbe erscheinen bei Vorhandensein von Spread einfarbig braun (schokoladenfarbig).
1.0 Einfarbig mit durchschimmernden Zeichnungsanlagen - Erdbeefarbig

1.0 Einfarbig mit durchschimmernden Zeichnungsanlagen – Erdbeefarbig

Die Intensität der Färbung von einfarbigen Brieftauben ist variabel und steht auch in Abhängigkeit vom Vorhandensein weiterer modifizierender Erbfaktoren. Somit ist auch das Erscheinungsbild der Einfarbigen variabel. Bei einfarbig Roten (aschfarbigen) Brieftauben können in Kombination mit blaubindigen oder gehämmerten Tieren interessante Varianten entstehen. Das Bild links zeigt einen bläulich roten Vogel (mischerbig für rot und schwarz) welcher den Ausbreitungsfaktor für Farbe trägt. Seine farbliche Intensität aber ist relativ gering, deshalb schimmern die Zeichnungsanlagen deutlich unter dem Spread Faktor durch. Dieser Farbschlag wird auch Strawberry (erdbeerfarbig) genannt.

0.1 Rubella Spread gehämmert mit schöner Säumung

0.1 Rubella Spread gehämmert mit schöner Säumung 2 Jährig

Andere Erbfaktoren wiederum werden von Spread nicht völlig überdeckt. So treten zum Beispiel bei Rubella und Reduced in Kombination mit Spread die Zeichnungsanlagen als Säumung hervor. Dies kann ebenfalls beim vorhanden sein von Dominant Opal, Toy Stencil und weiteren Erbfaktoren der Fall sein.

Andalusier

0.1 Andalusier mischerbig 1 Jährig

0.1 Andalusier mischerbig 1 Jährig

Andalusier, auch Andalusierblau genannt ist kein eigenständiger Erbfaktor. Andalusier Brieftauben tragen den Indigo Erbfaktor sowie zusätzlich den Ausbreitungsfaktor für Farbe (Spread). Um Andalusier zu züchten kombiniert man im Idealfall reinerbige Indigo Brieftauben mit einfarbig schwarzen Tieren. Kombinationen mit einfarbig roten oder braunen Tieren sind nicht sehr attraktiv in der Erscheinung.

1.0 Andalusier reinerbig 2 Jährig

1.0 Andalusier reinerbig 2 Jährig mit durchschimmernden Zeichnungsanlagen

Reinerbige Andalusier tragen oft Bronze Töne im Gefieder. Sie erscheinen teilweise gesäumt und haben meist einen Metall blauen Kopf. Beim Tier im Beispiel Bild links schimmern deutlich die bindigen Zeichnungsanlagen durch den Ausbreitungsfaktor für Farbe (Spread).

Agate

1.0 Agate Brieftaube (rezessiv rot mit Weißschildfaktor)

Agate ist kein eigenständiger Erbfaktor. Es ist die englische Bezeichnung für eine gelegentlich bei der Zucht von Almond Tauben anfallende Nebenfarbe. Genetisch betrachtet sind Agate farbige Tauben rezessiv rot gefärbte Tiere. Sie fallen bei der Zucht von Almond Tauben aus einem simplen Grund. Züchter von Almond farbigen Taube achten darauf, dass Ihre Zuchttiere nach Möglichkeit eine Mehrzahl von genetischen Weiterlesen