Dominant Opal

0.1 Dominant Opal 2 Jährig

0.1 Dominant Opal gehämmert 2 Jährig

Dominant Opal wird dominant und nicht geschlechts- gebunden vererbt. Das bedeutet dass aus Verpaarungen von Dominant Opalen Brieftauben mit andern Farbschlägen zu 50 Prozent Dominant Opale in beiden Geschlechtern fallen können. Der Effekt den Dominant Opal auf das Gefieder der Tauben ausübt ist sehr unterschiedlich. Im Wesentlichen hängt das Erscheinungsbild von anderen vorhandenen modifizierenden Erbfaktoren ab.

0.1 Dominant Opal 1 Jährig

0.1 Dominant Opal gehämmert Scheck 1 Jährig

Ähnlich wie bei Indigo bleicht Dominant Opal die Schwanzbinden der Träger aus. Schwingen und Schwanzfedern werden teilweise extrem aufgehellt. Die Zeichnungsanlagen sind von gelblich bis rötlich, Bronze farbig oder komplett weiß. Im Gegensatz zu anderen Erbfaktoren verdeckt der Ausbreitungsfaktor für Farbe die Zeichnungsanlagen bei Dominant Opalen Brieftauben nicht zwingend. Das Beispiel Bild der einjährigen Dominant Opalen Brieftaube oben zeigt Dominant Opal ohne Spread auf schwarzer Grundfarbe. Dominant Rote Brieftauben werden mit Dominant Opal zu einen orange farbigen Ton mit cremigen Zeichnungsanlagen modifiziert.

0.1 Dominant Opal x Reduced

0.1 Dominant Opal x Reduced 2 Jährig

In Verbindung mit dem Reduced Erbfaktor entstehen rosa Varianten. Das Ergebnis von Verpaarungungen mit mit anderen Erbfaktoren kann nur schwer vorausgeahnt werden. Hier hilft nur ausprobieren. Wie oben beschrieben hat Dominant Opal ein unendliches Erscheinungs- potential. Ähnlich wie beim Almond Erbfaktor wirkt Dominant Opal in Reinerbigkeit lethal. Dominant Opale Tiere sollten deshalb immer mit Tieren von anderen Farbschlägen kombiniert werden.

0.1 Dominant Opal verdünnt farbig

0.1 Dominant Opal verdünnt farbig 1 Jährig

1.0 Dominant Opal dunkel gehämmert mischerbig Rubella

1.0 Dominant Opal dunkel gehämmert mischerbig Rubella 1 Jährig

0.1 Dominant Opal x Reduced 1 Jährig

0.1 Dominant Opal x Reduced 1 Jährig

 

 

Almond

1.0 Almond von links nach rechts  Jährig, 2 Jährig und 3 Jährig

1.0 Almond von links nach rechts Jährig, 2 Jährig und 3 Jährig

1.0 Almond vielfarbig 2 jährig

1.0 Almond vielfarbig 2 jährig

Der Almond Erbfaktor stammt ursprünglich von Tümmlertauben ab und wurde vor Jahren von engagierten Züchtern auf die Brieftaube übertragen. Die Vererbung des Erbfaktors erfolgt geschlechtsgebunden dominant. Almond farbige Brieftauben werden Vielfarbige, Sprenkler, Stipper, Magnani oder Harlekin genannt. Der Faktor bewirkt eine Art Unterdrückung von Pigmenten im Gefieder. Mit jedem Federkleid Wechsel schwindet diese Unterdrückung zunehmend. Die Anzahl der typischen Stippen und farbigen Kleckse steigt also fortlaufend mit dem jährlichen Gefieder Wechsel der Tauben. Die Täuber mausern im Gegensatz zu den Weibchen dunkler aus. In höherem Alter wirken Almond Täuber wie mit Bronze Klecksen überzogene Einfarbige. Mit glänzigem Brust- und Halsgefieder ebenfalls attraktiv.

1.0 Kite Bronze Jungtaube

1.0 Kite Bronze Jungtaube

Almond Tauben tragen neben dem Erbfaktor für die Pigment Unterdrückung weitere für das typische Erscheinungsbild verantwortliche Erbfaktoren. Sie sind mischerbig für Rezessiv Rot, bestenfalls dunkel gehämmert sowie reinerbig für Kite Bronze. Die Kombination dieser Erfaktoren verursacht die erwünschte mandelfarbige bzw. gelbliche Gefieder Färbung der Tiere. Für die gelblichen und Bronze farbigen Sprenkel und Flecken im Gefieder ist das Vorhandensein dieser Erbfaktoren ebenfalls notwendig.

1.0 Agate 1 Jährig

1.0 Agate 1 Jährig

Almond Brieftauben sollten also im Idealfall entweder mit Kite Bronze tragenden Tieren oder mit Agate (fällt als Komplementär Farbe bei Paarungen zwischen Almond und Kite Tauben) verpaart werden. Paarungen mit anderen Farbschlägen tragen zwar das Gen für die Unterdrückung der Pigmente, weichen aber in der Färbung vom Standard ab. Der Standard interessiert zum Glück aber nur im Ausstellungskäfig. Für mich persönlich (ich stelle keine Tiere aus) bedeutet Standard also rein gar nichts.

 

1.0 Schwarz Sprenkler Jährig

1.0 Schwarz Sprenkler Jährig

Vielfalt statt Standard! Kombinationen mit einfarbigen Partnern, beispielsweise schwarz erzeugen schwarz gesprenkelte Tiere. Kombinationen mit einfarbig braunen Partnern erzeugen braun gesprenkelte Tiere. Aus einer Paarung Almond x blaubindig habe ich in der Grundfarbe fast weiße Tiere mit blauen Sprenkeln erhalten. Hierzu mehr weiter unten im Beitrag. Almond kann mit jedem beliebigen Farbschlag kombiniert werden. Trägt der Partner einer Almond Brieftaube Spread, so würde ich dies als Vorteil betrachten. Dennoch, nicht alle Kombinationen ergeben optisch attraktive Almonds. Hiervon sollte man sich aber nicht entmutigen lassen. Sicher warten noch einige attraktive Varianten nur auf Ihre Entdeckung.

1.0 Almond 1 Jährig

1.0 Almond 1 Jährig

Durch die dominant geschlechtsgebundene Vererbung ergibt sich folgende Begebenheit: Weibliche Almond Brieftauben kombiniert mit gleichgültig welchem anderem Farbschlag werden zu 100 Prozent nur männlichen Almond Nachwuchs bringen. Aus männlichen Almond Brieftauben fallen Jungtiere beiderlei Geschlechts. Die Träger des Almond Erbfaktors sind oft schon nach dem Schlupf zu erkennen. Sie sind fast nackig und tragen nicht viel Flaum. Von einer Paarung zweier Almonds miteinander sollte abgesehen werden. Reinerbige Almonds überstehen kaum das Nestling Alter und sind oft mit genetischen Sehdefekten behaftet. Deshalb sollten in der Zucht wenn möglich nur mischerbige Almond Brieftauben verwendet werden.

1.0 Almond Stipper Jungtaube mit pigmentierter Fläche auf dem Flügelschild

1.0 Almond Stipper Jungtaube mit flächiger Pigmentierung.

Das Jugend Gefieder von Almond Brieftauben ist variabel. Manche Jungtiere haben fast gar keine Sprenkel, andere schon etwas mehr, teilweise sogar sehr viele. Es schlüpfen immer wieder auch Tiere welche schon größere pigmentierte Flächen haben wie die Jungtaube im Beispiel Bild links. Idealerweise tragen Sie im Jugendkleid nur wenige Sprenkel. Dies lässt eine luftigere und freiere Verteilung der Sprenkel mit zunehmendem Alter zu. Dadurch kommt der visuelle Effekt der „Vielfarbgikeit“ besser zur Geltung. Nachfolgend einige Beispiel Bilder von Almond Brieftauben im Jugend Gefieder vor der ersten Mauser.

1.0 Almond Jungtaube mit vielversprechender Verteilung der Sprenkel

1.0 Almond Jungtaube mit vielverprechender Sprenkel Verteilung und schöner Grundfarbe.

0.1 Almond Jungtaube mit fast gar keinen Sprenkeln

0.1 Almond Jungtaube mit fast gar keinen Sprenkeln

1.0 Almond Schwarz Stipper

1.0 Almond Schwarz Stipper

1.0 Almond vielfarbig mit schöner Sprenkel Verteilung

1.0 Almond vielfarbig mit schöner Sprenkel Verteilung

1.0 Almond vielfarbig und vielversprechend

1.0 Almond vielfarbig und vielversprechend

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In 2011 verpaarte ich einen Almond Sprenkler Vogel mit einer blaubindigen Täubin.

1.0 Almond Stipper 3 Jährig

1.0 Almond Stipper 3 Jährig

0.1 Blau bindig

0.1 Blau bindig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Daraus fielen aus sechs Jungtieren zwei Blau Sprenkel und vier blaubindige Jungtiere ohne den Almond Erbfaktor. Die Blau Sprenkel sind eine Täubin und ein Vogel. Insbesondere bei der Täubin ist sehr gut zu erkennen, dass die Pigment Unterdrückung offensichtlich auch vor den vorhandenen Zeichnungsanlagen nicht halt macht. Genau dort wo die blaubindige Mutter die Binden trägt hat die Tochter nach der ersten Mauser einen Sprenkel der eindeutig die Form und auch das dunkle Pigment der Binde trägt. Die restlichen Sprenkel der Täubin sind blau. Siehe nachfolgende Bilder der in den Bildern Jährigen Geschwister.

0.1 Blau Sprenkler mit eindeutigem Zeichnungsanlagen Sprenkler

0.1 Blau Sprenkel Almond Jährig mit eindeutigem Zeichnungsanlagen Sprenkler

1.0 Blaustipper mit sehr schöner Verteilung der blauen Sprenkler

1.0 Blau Sprenkel Almond mit sehr schöner Verteilung der blauen Sprenkler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hollander unterscheidet beim Almond Gen zwischen sechs verschiedenen Varianten. Almond, Sandy, Qualmond, Hickory, Faded und Frosty. Er teilt diese grob je nach Aufhellung der schwarzen Pigmente im Gefieder ein.

"Vielfarbige" Schwingen einer meiner schönsten Almond Zucht Weibchen

„Vielfarbige“ Schwingen einer meiner schönsten Almond Zucht Weibchen

Indigo

1.0 Indigo Schimmel 5 jährig

1.0 Mischerbiger Indigo mit Schimmel Faktor 5 jährig

Der Erbfaktor Indigo ist bei Brieftauben weit verbreitet. Er wird dominant und nicht geschlechts- gebunden vererbt. In Kombination mit Brieftauben aus den blauen Farbschlägen erzeugt der Faktor bei Mischerbigkeit einen mehr oder weniger starken Bronze artigen Ton in den Zeichnungs- anlagen. Des weiteren bleicht Indigo die bei blauen Farbschlägen schwarze Schwanzbinde sehr hell aus. Dies betrifft mitunter auch die Schwingen der Tauben.

0.1 Indigo gehämmert reinerbig 1 jährig

0.1 Indigo reinerbig gehämmert 1 jährig

Reinerbig fallen Indigo farbige Brieftauben wesentlich heller aus und erinnern an Rotfahle, bzw. an Rotfahlgehämmerte. Reinerbige Indigos sind in Ihrer Erscheinung weniger attraktiv als Mischerbige. Bei genauerem Betrachten kann man bei reinerbigen Indigos teilweise bläuliche Abzeichnungen im Flügelschild, auf dem Rücken und im Halsbereich feststellen. Reinerbige Indigos sind ideal um den Faktor auf andere Farbschläge zu übertragen.

0.1 Rubella mit Indigo 2 jährig

0.1 Rubella mit Indigo 2 jährig

Für Liebhaber von bunten Brieftauben ist Indigo ein sehr interessanter Erfaktor. In Kombination mit anderen Erbfaktoren kann Indigo in Mischerbigkeit mitunter sehr attraktive Färbungen und allerhand kontrastreiche Überraschungen hervorbringen. Das Tier im Beispiel Bild rechts trägt Rubella in Reinerbigkeit, ist aber mischerbig für den Indigo Erbfaktor. Farblich ein echter Hingucker.

1.0 Indigo bindig

1.0 Indigo bindig 1 jährig

Ebenfalls attraktiv sind für mich persönlich Kombinationen von Indigo mit blau bindigen Tieren. Jungtiere aus solch einer Verpaarung tragen schöne bronze farbige Binden. Auch hier bleicht Indigo wie oben beschrieben die normalerweise schwarz gefärbte Schwanzbinde aus. Besonders attraktiv sind Indigo auf blaubindig gezogene Tiere die zusätzlich noch den Erbfaktor für Smoky (ebenfalls rauchblau genannt) tragen. Ein Bild von einem solchen Tier könnt Ihr unter der Rubrik Zuchtpaare 2014 sehen.

1.0 Andalusierblau 1 jährig

1.0 Andalusierblau 1 jährig

Verpaart man eine Indigo farbige Brieftaube mit einem Tier aus dem schwarzen Farbschlag (Spread), so stellen sich zu 100 Prozent Andalusierblaue Jungtiere ein.

 

 

 

 

 

Bei Kombinationen mit brauner oder roter Grundfarbe ruft Indigo keine wesentlich sichtbaren Änderungen im Erscheinungsbild hervor.

Mosaik

1.0 Mosaik Zucht Reisetaube

1.0 Mosaik Zucht Reisetaube

Jeglichem Vererbungsschema widersprechend sind Brieftauben mit Mosaik Färbung. Dieser Farbschlag ist absolut rar und besitzt zweierlei Grundfarben welche er auch im äußerlichen Erscheinungsbild trägt. Die Brieftaube links auf dem Bild ist eine Zucht Reisetaube von einem Zuchtfreund. Sie ist auf der rechten Seite ein Blauscheck mit schwarzen Binden und weißen Schwingen. Auf der linken Seite ist sie fahl bindig. Zusätzlich trägt sie wie auf der blauen Seite deutlich sichtbar ist den Tiger Erbfaktor.  Man nimmt an, dass bei einer Million schlüpfenden Brieftauben maximal ein halbes Dutzend mit Mosaik Färbung auftritt. Als Versuch einer genetischen Erklärung hat Dr. Willard F. Hollander 1949 die Bezeichnung“bipaternity“ (Zwei Väter) benutzt.

1.0 Mosaik - rechter Flügel

1.0 Mosaik – rechter Flügel

Er nimmt in seiner Theorie an, dass eine Eizelle gleichzeitig von zwei Spermien befruchtet wird. Dieses Ereignis muss nicht unbedingt durch zwei Väter erfolgen. Theoretisch könnte der Vater mischerbig für zum Beispiel die schwarze und die rote Grundfarbe sein. Wenn nun zwei Spermien mit unterschiedlichen Anlagen für die Grundfarbe von diesem mischerbigen Vater gleichzeitig in die Eizelle gelangen kann dies laut der Theorie von Dr. Willard F. Hollander dazu führen, dass Mosaik farbige Brieftauben entstehen. Mosaik farbige Brieftauben untereinander verpaart sind nicht in der Lage wiederum Mosaik farbigen Nachwuchs zu erzeugen. Falls dem doch so wäre, wäre dies wohl reiner Zufall.

1.0 Mosaik von oben

1.0 Mosaik – von oben

Die Bezeichnung Mosaik kann sich nach heutiger Auffassung auch auf Tiere beziehen welche von der Zeichnung zweierlei veranlagt sind (z.Bsp. gehämmert und bindig) bei gleicher Grundfarbe aufweisen. Ebenfalls wird von Mosaik Brieftauben berichtet welche halbseitig gezeichnet sind und halbseitig den Ausbreitungsfaktor für Farbe tragen.

Schimmel

1.0 Bronze Tiger Schimmel

1.0 Bronze Tiger Schimmel 5 jährig

Zu einer meiner persönlichen Lieblingsfarben bei Brieftauben haben schon immer die Schimmel gehört. Dies liegt daran weil Schimmel Brieftauben so unglaublich vielfältig und variabel im Erscheinungsbild sind. Kombiniert mit anderen Erbfaktoren kann der Schimmel Erbfaktor für farblich sehr attraktive Überraschungen sorgen. Nicht nur bei Liebhabern bunter Brieftauben sind Schimmel beliebt. Im Brieftaubensport gibt es viele Beispiele extrem leistungsstarker Brieftauben welche den Schimmel Erbfaktor tragen.

Schimmel Brieftauben können wie alle Erbfaktoren in Reinerbigkeit und Mischerbigkeit auftreten. Reinerbige Schimmel erinnern an das Erscheinungsbild von einem Storch und werden deshalb auch gestorcht genannt. Diese Tiere sind im Federkleid fast weiss, tragen aber am äußeren Ende der Schwingen sowie in der Schwanzbinde schwarze, rote oder braune Abzeichungen im Federkleid (In Abhängigkeit der Grundfarbe). Solche reinerbige Schimmel sind ideal um den Schimmel Erbfaktor mit anderen Farbschlägen zu kombinieren.

0.1 Blauschimmel bindig

0.1 Blauschimmel bindig 4 jährig

Nehmen wir an eine reinerbige Schimmel Brieftaube welche die bindige Zeichnungsanlage trägt wird mit einer blaubindigen Brieftaube verpaart, so erhält man als Jungtiere blaubindige sowie die typischen bindigen Blauschimmel Brieftauben. Siehe hierzu das Bild auf der rechten Seite. Diese Variante von Schimmeln ist besonders bei Rasse Taubenzüchtern beliebt und häufig auf Ausstellungen zu sehen.

1.0 Rotschimmel 6 jährig

1.0 Rotschimmel gehämmert 6 jährig

Verpaart man einen reinerbigen Rotschimmel mit einer dominant rot gehämmerten Brieftaube, so erhält man als Jungtiere wiederum dominant rot gehämmerte sowie mischerbige Rotschimmel Brieftauben. Siehe hierzu das Beispiel Bild auf der linken Seite. Gehämmerte Schimmel ganz gleich mit welcher Grundfarbe sind auf Ausstellungen von Rassetaubenzüchtern eher selten anzutreffen. Gehämmerte Schimmel entsprechen meist nicht dem sogenannten „Standard“. Für Liebhaber von bunten Brieftauben gilt zum Glück im Allgemeinen eher der Grundsatz „Vielfalt statt Standard“.

Bindiger Rotschimmel Täuber balzt das Weibchen seines brütenden Zellen Nachbars an ...

Bindiger Rotschimmel Täuber balzt das Weibchen seines brütenden Zellen Nachbars an …

0.1 Braunschimmel 3 jährig

0.1 Braunschimmel 3 jährig

Nicht ganz so einfach ist es den Schimmel Erbfaktor auf die braune Grundfarbe zu übertragen. Braun wird rezessiv geschlechts- gebunden vererbt. Mit etwas genetischem Grundwissen und der Auswahl der richtigen Partner ist es dennoch kein Problem Braunschimmel zu züchten. Am einfachsten ist es ein männliches Jungtier aus einer Paarung 1.0 Schimmel x 0.1 braun welches den Schimmel Erbfaktor trägt, an seine Mutter zurück zu verpaaren. Dieser Schimmel Jungtäuber ist in jedem Fall mischerbig für die braune Grundfarbe und kann zurück gepaart an seine Mutter mit etwas Geduld Braunschimmel in beiden Geschlechtern hervor bringen.

0.1 Schwarztiger 4 jährig

0.1 Schwarztiger 4 jährig

Eine weitere interessante Schimmel Variante sind Tiger Schimmel. Auch die Tiger Schimmel können auf allen Grundfarben erzüchtet werden. Eine sehr beliebte Variante sind sicherlich die Schwarztiger Brieftauben. Siehe hierzu die Abbildung auf der rechten Seite. Tiger Schimmel Brieftauben unterscheiden sich im wesentlichen von mischerbigen Schimmel Brieftauben dadurch, dass Sie nicht wie bei Blauschimmeln die gräuliche, pfefferartige Färbung zeigen, sondern die farbigen Federpartien krass im Kontrast zu rein weißen Federpartien stehen.

1.0 Indigo Schimmel 4 jährig

1.0 Indigo Schimmel 4 jährig

Richtig interessant wird der Schimmel Erbfaktor wenn man ihn neben den Grundfarben mit anderen, das Erscheinungsbild modifizierende Erbfaktoren kombiniert. Im Beispielbild auf der rechten Seite sehen wir einen Indigo Schimmel. Dieses Tier entstand aus der Kombination von einem gehämmerten Indigo Täuber mit einer gehämmerten Blauschimmel Täubin. Die Befiederung am Körper sowie die ausgebleichte Schwanzbinde tragen eindeutig die Handschrift vom Indigo Erbfaktor, während der Kopf mit Schimmel Federn befiedert ist.

Jungtaube aus Schimmel Verpaarung

Jungtaube aus Schimmel Verpaarung

Bei wiederholten Verpaarung von Schimmel Brieftauben untereinander werden die Jungtiere von Generation zu Generation heller ausfallen. Da mischerbige Schimmel meist ein attraktiveres Erscheinungsbild vorweisen, macht es also Sinn die Schimmel immer wieder mit Partnern von anderen Farbschlägen zu verpaaren. Für den Züchter von Leistungsbrieftauben spielt dies selbstverständlich keine Rolle. Schließlich kommt es bei diesen Tieren nur auf Leistung und weniger auf eine farblich attraktive Erscheinung an.

1.0 Bronze Schimmel Jungtaube

1.0 Bronze Schimmel Jungtaube

 

 

 

 

 

 

 

 

1.0 Bronze Tiger Schimmel Jungtaube

1.0 Bronze Tiger Schimmel Jungtaube

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschließend bleibt zu sagen, dass dieser Beitrag nur eine winzig kleine Sparte von bereits bekannten Schimmel Brieftauben Variationen behandelt. Sicherlich warten unzählige interessante Variationskombinationen von Schimmel Brieftauben nur darauf von kreativen Liebhabern erzüchtet zu werden.

Schwarz

1.0 Lackschwarz 6 jährig aus der alten Horemans Linie

1.0 Lackschwarz 6 jährig Horemans

Einfarbig schwarze Brieftauben sind sehr weit verbreitet. Vielen Brieftauben Züchtern ist beispielsweise der Begriff schwarze Horemans ein Begriff. Eine alte Rasse welche sich in früheren Zeiten im Brieftauben Sport bewährt hat, kräftige Tiere mit schönen großen Nasenwarzen. Auch im modernen Brieftauben Sport gibt es extrem leistungsstarke schwarze Brieftauben Linien.

Wer farbige Brieftauben mag kann schwarze Tiere ideal in der Zucht einsetzen. So lassen sich mit schwarzen Brieftauben beispielsweise Schwarztiger, Schwarzschimmel, Schwarzsprenkler usw. erzüchten, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Sehr gut gefärbte (dunkle) schwarze Brieftauben werden auch lackschwarz oder pechschwarz genannt. Besonders schön erscheinen Schwarze wenn Sie einen starken Glanz aus lila und grün an Brust und Hals tragen. Dies verleiht Ihnen eine edle Erscheinung.

1.0 Schwarz mit durchschimmernden Zeichnungsanlagen

1.0 Schwarz mit durchschimmernden Zeichnungsanlagen

Für Ihre Einfarbigkeit ist der Ausbreitungsfaktor für Farbe (Spread) verantwortlich. Ohne den Spread Faktor wären schwarze Brieftauben eigentlich blau. Unter dem einfarbigen „Spread Mantel“ der schwarzen Brieftauben stecken Ihre Zeichnungsanlagen. Bei weniger intensiv gefärbten Schwarzen kann man oft die Binden oder eine mehr oder weniger starke Hämmerung durchschimmern sehen. Beim Tier im Beispiel Bild links kann man sehr gut sehen, dass es unter seinem schwarzen Mantel die bindige Zeichnungsanlage trägt.

Lackschwarze Jungtaube mischerbig für Rezessiv Rot

Lackschwarze Jungtaube mischerbig für Rezessiv Rot. Deutlich sichtbar ist der Bronze Ton welcher durch Rezessiv Rot verursacht wird.

Schwarze Brieftauben eignen sich auch ideal um die Färbung von Rezessiv Roten Meulemans zu verbessern. Aus der Verpaarung Choco x lackschwarz fallen in der Regel nur schwarze Jungtiere. Diese sind aber alle mischerbig für Rezessiv Rot. Solche Mischerbige Tiere zurück gepaart an Rezessiv Rot ergeben in der Nachzucht ein satteres, dunkleres Rezessiv Rot. Die schwarzen Jungtiere aus so einer Verpaarung tragen im Jungendgefieder durch den Einfluss von Rezessiv Rot einen leichten Bronze artigen Ton. Nach der Mauser sind sie dann aber völlig schwarz.

Choco Meulemans

1.0 Rezessiv Rot 4 jährig

1.0 Rezessiv Rot 4 jährig

Besonders beliebt bei Liebhabern von bunten Brieftauben sind Rezessiv Rote welche meist Choco Meulemans oder einfach nur Chocos genannt werden. Verbreitet hat sich dieser Farbschlag bei Brieftauben im Wesentlichen über einen berühmten Brieftaubenzüchter namens Karel Meulemans aus Belgien.

0.1 Dominant Rot gehämmerte Jungtaube

Dominant Rot gehämmerte Jungtaube mit ausgebleichten Schwingen und Schwanzfedern

Im Unterschied zu Dominant Roten Brieftauben sind bei den Choco Meulemans auch die Schwingen und die Schwanzfedern intensiv rot durchgefärbt. Bei einer Brieftaube mit Dominant Roter Grundfarbe sind die Schwingen und Schwanzfedern „aschfahl“ ausgebleicht.

Rezessiv Rot wird wie der Name schon sagt rezessiv vererbt. Für die Zucht von Choco Meulemans benötigt man also ein Brieftauben Paar, bei welchem beide Partner den Erbfaktor Rezessiv Rot in Reinerbigkeit tragen. In anderen Worten bedeutet dies, dass beide Partner selbst Rezessiv Rot sein müssen. Ist dies der Fall, wird die Nachzucht definitiv zu 100 Prozent aus Rezessiv Roten Jungtieren bestehen. Verpaart man eine Rezessiv Rote Brieftaube mit einer beispielsweise reinerbig Schwarzen Brieftaube wird kein einziges Jungtier Rezessiv Rot tragen. Alle Jungtiere aus dieser Paarung sind aber dann mischerbig für Rezessiv Rot. Das bedeutet wenn man diese Jungtiere in Folge miteinander verpaaren würde, erhält man wieder zu circa 25 Prozent Rezessiv Rot.

Genetisch betrachtet ist Rezessiv Rot ein Erbfaktor welcher die Grundfarben und Zeichnungen der Tiere überdeckt. Wie oben beschrieben allerdings nur in Reinerbigkeit. Unter dem Rezessiv Rot kann jeweils die Rote, die Schwarze oder die Braune Grundfarbe, die Bindige, die Gehämmerte oder die hohlige Zeichnungsanlage, liegen. Wer es genauer wissen will, kommt nicht um eine Testpaarung mit einem reinerbigen Tier eines anderen Farbschlages aus. Anhand der Vererbungsregeln für die Grundfarben und Zeichnungsanlagen, kann somit bestimmt werden was das jeweilige Tier unter seinem „Rezzesiv Roten Mantel“ trägt.

1.0 Rezessiv Rot 4 jährig mit Weißschild Faktor

1.0 Rezessiv Rot 4 jährig mit Weißschild Faktor

Es gibt neben den komplett Rezessiv Roten auch Chocos mit dem so genannten „Weißschildfaktor“. Ähnlich wie bei Schwarztiger Brieftauben sind junge Chocos mit Weißschildfaktor im Jugendkleid zumeist einfarbig Rot. Erst mit Beginn der ersten Mauser zeigt der Weißschildfaktor seine Wirkung und die Chocos mausern zu Rezessiv Rot – Weiß Gescheckten Brieftauben. Auch hier kann der Züchter mittels Selektion seinen individuellen Geschmack, bezüglich mehr oder weniger Weißanteil in seinen Stamm verankern.

Aufgehellter Schnabel beim  rezessiv roten Farbschlag

Aufgehellter Schnabel beim rezessiv roten Farbschlag

Ein weiteres typisches Merkmal für Choco Meulemans Brieftauben sind die aufgehellten Schnäbel der Tiere.

Schwarztiger

1.0 Schwarztiger 4 jährig

1.0 Schwarztiger 4 jährig

Ein besonders auffälliger und schöner Farbschlag bei Brieftauben sind sicherlich die Schwarztiger. Der individuelle Touch den jede Schwarztiger Brieftaube für sich in Anspruch nimmt fasziniert. So sind manche Tiger fast schwarz mit nur wenig weißen Federn, andere fast weiß mit nur wenig schwarzen Federn. Dazwischen erscheinen Sie in allen Möglichen Kombinationen aus schwarz und weiß.

1.0 Schwartiger 2 jährig in dunkler Variante

1.0 Schwartiger 2 jährig in dunkler Variante

Die meisten Schwarztiger Brieftauben tragen in Ihrer Jugend augenscheinlich ein schwarzes Federkleid. Bei näherer Betrachtung aber kann man teilweise die noch versteckte weiße Färbung erahnen. Insbesondere ein Blick unter die Flügel verraten die vermeintlich Schwarzen als Tiger. Hier finden sich schon vor der Mauser deutlich sichtbar weiße Federn. Mit Beginn der ersten Mauser kommt der Tiger Faktor dann endgültig zur Geltung und die Tiere erhalten Ihre jeweils individuelle Tiger Färbung.

1.0 Lackschwarze Jungtaube

1.0 Lackschwarze Jungtaube

Für die erfolgreiche Zucht von Schwarztiger Brieftauben verpaart man die Tiger bestenfalls mit einfarbig schwarzen Brieftauben. Bei dieser Kombination werden sich in der Nachzucht etwa zur Hälfte getigerte Jungtiere und zur Hälfte einfarbig schwarze Jungtiere einstellen. Je nach Geschmack des Züchters kann für die weitere Zucht selektiert werden. Wer eher dunklere Varianten bevorzugt züchtet einfach mit Tieren weiter die mehr Schwarzanteil tragen. Wer eher hellere Varianten bevorzugt züchtet im Umkehrschluss mit Tieren weiter die weniger Schwarzanteil tragen.

1.0 Schwarztiger 4 jährig

1.0 Schwarztiger 4 jährig in heller Variante

Verpaart man ausschließlich Schwarztiger Brieftauben untereinander so stellt man fest, dass die Nachzucht von Generation zu Generation heller wird. Die Jungtiere sind dann im Jugendkleid auch nicht mehr völlig schwarz, sondern haben schon im Nest einen deutlich sichtbaren Weißanteil. Der attraktive Kontrast zwischen schwarz und weiß weicht mehr und mehr, bis sich nach einigen Generationen rein weiße Nachzucht einstellt.

Genetisch betrachtet handelt es sich beim Tiger Erbfaktor um eine Schimmel Variante. Mehr Infos zu anderen Schimmel Varianten findet Ihr unter der Rubrik Farbschläge im Beitrag Schimmel.

1.0 Anthralusier Tiger jährig

1.0 Anthralusier Tiger jährig

Der Tiger Erbfaktor lässt sich in der Zucht relativ leicht innerhalb weniger Generationen auf andere Brieftauben Farbschläge übertragen. Aufgrund des starken Kontrasts zwischen schwarz und weiß ist die Schwarztiger Variante aber sicherlich eine der attraktivsten. Schönheit liegt aber ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Im Beispiel Bild links seht Ihr einen hübschen einjährigen Vogel. Dieser ist eine Kombination aus Anthrazit x Andalusierblau. Der Vogel trägt ebenfalls den Tiger Erbfaktor wie man am Flügelschild erkennen kann.