Nicht geschlechtsgebundene Vererbung

0.1 Mischerbig Indigo gehämmert 1 Jährig

0.1 Mischerbig Indigo gehämmert 1 Jährig

Im Beitrag geschlechtsgebundene Vererbung könnt Ihr nachvollziehen, dass es Erbinformationen in der Tauben Genetik gibt, welche von Täubinnen nur einfach getragen werden. Durch die Regeln der geschlechtsgebundenen Vererbung kann das Geschlecht einiger Jungtiere bereits im Nest anhand dem Vorhanden oder nicht Vorhandensein äußerlicher Merkmale bestimmt werden.  Es gibt aber auch Erbinformationen die auch von Täubinnen zweifach getragen werden können. Hier spricht man dann von „nicht geschlechtsgebundener Vererbung„. Ein ideales Beispiel um diesen Erbvorgang zu erklären ist der Erbfaktor Indigo. Indigo wird dominant, nicht geschlechtsgebunden vererbt. Täubinnen können also gleich wie Täuber reinerbig oder mischerbig für den Indigo Erbfaktor sein. Dies bedeutet gleichwohl, dass sie gleich wie Täuber die Erbinformation für Indigo einfach (mischerbig) oder zweifach (reinerbig) tragen können.

0.1 Reinerbig Indigo 1 Jährig

0.1 Reinerbig Indigo 1 Jährig

Demnach kann im Gegensatz zur geschlechtsgebundenen Vererbung „nicht“ anhand vom Vorhanden sein von Indigo das Geschlecht der Jungtiere bereits im Nest bestimmt werden. In den Abbildungen rechts sehen wir zwei Jährige Indigo Täubinnen. Die Täubin im oberen Bild trägt den Indigo Erbfaktor in Mischerbigkeit, also einfach. Die Täubin im unteren Bild trägt den Indigo Erbfaktor in Reinererbigkeit, also zweifach. Anhand von zwei Beispielen will ich die nicht geschlechtsgebundene Vererbung nachfolgend mittels Grafiken darstellen.

Beispiel 1

Wir verpaaren einen Mischerbigen Vogel für Indigo mit schwarzer Grundfarbe mit einer Täubin die ebenfalls die schwarze Grundfarbe, jedoch kein Indigo trägt.

example_1

 

 

 

 

Anhand der Grafik können wir Folgendes erkennen: 25% Der Jungtiere sind Mischerbige Indigo Täuber mit schwarzer Grundfarbe. 25% der Jungtiere sind Täuber mit schwarzer Grundfarbe, tragen aber kein Indigo. 25% Der Jungtiere sind Mischerbige Indigo Täubinnen mit schwarzer Grundfarbe. 25% der Jungtiere sind Täubinnen mit schwarzer Grundfarbe, tragen aber kein Indigo.

Beispiel 2

Wir verpaaren ein für Indigo reinerbiges Weibchen mit schwarzer Grundfarbe mit einem Täuber der ebenfalls die schwarze Grundfarbe, jedoch kein Indigo trägt.

example_2

 

 

 

 

Anhand der Grafik können wir Folgendes erkennen: 50% der Jungtiere sind Täuber, Mischerbig für Indigo und tragen die schwarze Grundfarbe. 50 % der Jungtiere sind Weibchen, mischerbig für Indigo und tragen die schwarze Grundfarbe.

Kurz gesagt lässt sich also „nicht geschlechtsgebundene Vererbung“ auch so erklären: Egal ob Vater oder Mutter einen nicht geschlechtsgebundenen Erbfaktor tragen, es können immer Jungtiere in beiden Geschlechtern fallen die diesen Erbfaktor ebenfalls tragen.

Beim Indigo Erbfaktor werden die mischerbigen Jungtiere die Wirkung von Indigo auch in der äußerlichen Erscheinung zeigen. Dies liegt daran, dass Indigo ein nicht geschlechtsgebundener „dominanter“ Erfaktor ist.

Mehr hierzu siehe im Beitrag => Dominant und Rezessiv

Geschlechtsgebundene Vererbung

Bei einer Vielzahl an Erbfaktoren in der Tauben Genetik ist von geschlechtsgebundener Vererbung die Rede. Dies bedeutet dass ein entsprechendes Merkmal im Erbgefüge über die Geschlechtschromosomen vererbt werden. In diesem Beitrag will ich Euch an einem Beispiel mit der Grundfarbe demonstrieren welche Informationen bei der geschlechtsgebundenen Vererbung jeweils vom Vater (Täuber) und der Mutter (Täubin) vererbt werden.

Vorab ist es aber wichtig zu verstehen, dass ein Täuber die Information für Grundfarbe doppelt trägt. Er erhält seine beiden Grundfarben Informationen einmal vom Vater und einmal von der Mutter. Eine Täubin hingegen trägt die Information für die Grundfarbe nur einfach. Die Täubin bekommt Ihre Grundfarben Information ausschließlich von Ihrem Vater. Von Ihrer Mutter bekommt sie an dieser Stelle ebenfalls eine Erbinformation. Diese hat aber keine Auswirkungen auf die Grundfarbe. In der Genetik wird diese für uns nicht relevante Information mit einem X ersetzt.

Beispiel:

Geschlechtsgeb_VererbIm Beispiel kombinieren wir einen blauen Täuber (blau = schwarze Grundfarbe) mit einer roten Täubin. Der Täuber trägt die Information von geschlechtsgebunden vererbten Merkmalen immer zweifach. Die Täubin hingegen trägt die Information von geschlechtsgebunden vererbten Merkmalen nur einfach. In der Beispiel Grafik sehen wir deshalb beim Täuber zweimal die Erbinformation für schwarz. Die rote Täubin hingegen trägt nur einfach die Erbinformation für rot. Die für die Grundfarbe nicht relevante Information welche die Täubin an dieser Stelle im Erbgefüge trägt wird wie oben beschrieben mit einem X ersetzt.

Was können wir nun aus dem oben dargestellten Beispiel ableiten? Sehen wir uns die Kombinationsmöglichkeiten genauer an. Wir erhalten zweimal das Ergebnis „schwarz-rot“. Da wir nun wissen dass nur Täuber die Grundfarben Information doppelt tragen, erkennen wir dass die „schwarz-rot“ Kombinationen Täuber sind. Sie tragen äußerlich die Rote Grundfarbe, sind aber Mischerbig für Schwarz, werden also schwarze Tintenflecken tragen (Siehe hierzu den Beitrag Reinerbig und Mischerbig). Als weiteres Ergebnis erhalten wir „schwarz-x“. Wir wissen nun, dass Täubinnen die Grundfarben Information nur einfach tragen. Somit können wir ganz einfach ableiten, dass alle blau farbigen Tiere aus der Beispiel Verpaarung definitiv Weibchen sein werden. Alle roten Tiere werden definitiv Täuber sein (Siehe hierzu den Beitrag Die Vererbung der Grundfarben).

Spinnen wir das Rad einen Schritt weiter. Geschlechtsgebundene Vererbung kann rezessiv geschlechtsgebunden sowie dominant geschlechtsgebunden erfolgen. Das hört sich im ersten Moment kompliziert an, ist es aber gar nicht.

Beispiel für rezessiv geschlechtsgebundene Vererbung:

rez_gb_veDer Einfachheit halber nehmen wir wieder ein Beispiel mit der Grundfarbe. Die Braune Grundfarbe wird rezessiv geschlechtsgebunden vererbt. Im der Beispiel Grafik links sehen wir die Kombination eines braunen Täubers und einer roten Täubin. Wie wir in den Kombinationsmöglichkeiten sehen, haben wir zwei mal die Kombination „braun-rot“. Wir wissen, dass sich braun rezessiv zu rot verhält. Deshalb können wir also ableiten, dass die „braun-rot“ Kombination äußerlich Rote Täuber sein werden. Diese sind allerdings mischerbig für braun. Deshalb werden die Roten Täuber braune Tintenflecken tragen. Als weitere Kombinationsmöglichkeit sehen wir „braun-x“. Somit können wir also schon im Nest bestimmen, dass braune Tiere aus dieser Verpaarung definitiv Weibchen sein werden. Alle Roten Tiere werden wie im Beispiel oben definitiv Täuber sein.

Beispiel für dominant geschlechtsgebundene Vererbung:

Almond_VererbungIn diesem Beispiel nehmen wir den Erbfaktor Almond. Dieser wird dominant geschlechtsgebunden vererbt. Weil Almond ein dominanter Erbfaktor ist, zeigen Täuber äußerlich die Almond Färbung auch dann, wenn sie nur mischerbig für Almond sind. Eine Almond Täubin kann die Erbinformation auf den Geschlechtschromosomen wiederum nur einfach tragen. An die zweite Stelle setzen wir deshalb auch hier ein X. In der Beispiel Grafik sehen wir die

0.1 Almond 1 Jährig

0.1 Almond 1 Jährig

Verpaarung von einem Täuber der „kein Almond“ trägt mit einer Almond Täubin (Almond-X). Aus den sich darstellenden Kombinationsmöglichkeiten können wir Folgendes ableiten: Trägt ein Tier aus dieser Verpaarung den Almond Erbfaktor, so wird dieses Tier definitiv ein Täuber sein. Alle Weibchen aus dieser Verpaarung werden definitiv keinen Almond Erbfaktor tragen.

Die Vererbung der Grundfarben

Die Vererbung der Grundfarben bei Brieftauben unterliegt den Regeln der geschlechtsgebundenen Vererbung. Die Erbinformation für die Grundfarbe liegt demnach auf den Geschlechtschromosomen. Weibliche Brieftauben tragen die Erbinformation für die Grundfarbe nur einfach, während männliche Brieftauben die Erbinformation für Grundfarbe doppelt auf den Geschlechtschromosomen tragen.

Schwingen einer Dominant roten Brieftaube,  mischerbig für Schwarz

Schwingen einer Dominant roten Brieftaube, mischerbig für Schwarz, ersichtlich an den schwarzen Tintenflecken.

Demnach können Täuber beides, reinerbig oder mischerbig für die Grundfarbe sein. Ein Beispiel zum Verständnis für Reinerbigkeit und Mischerbigkeit finden Sie in folgendem Beitrag: Reinerbigkeit und Mischerbigkeit. Ist ein Täuber mischerbig für die Grundfarbe, beispielsweise für rot und schwarz, so wird er in seinem äußeren Erscheinungsbild aufgrund der Dominanz von rot über schwarz, die rote Farbe tragen obwohl er genetisch auch die Erbinformation für die schwarze Farbe trägt. Dies ist auch anhand von schwarzen Tintenflecken im Gefieder ersichtlich.

Weibchen hingegen können nach den Regeln der geschlechtsgebundenen Vererbung nicht mischerbig für die Grundfarbe sein. Sie erhalten die Erbinformation für die Grundfarbe nur einfach von Ihrem Vater vererbt. Dies bedeutet, dass Weibchen gentechnisch immer die Grundfarbe besitzen welche sie im äußeren Erscheinungsbild tragen. Für die den Weibchen fehlende Erbinformation wird in der Genetik zur Vereinfachung ein X verwendet.

Welche Grundfarbe eine Brieftaube bei der Vererbung erhält, unterliegt der Regel von Rezessivität und Dominanz der Grundfarben.

Kurz und einfach kann man es wie folgt darstellen:

  • Die rote Grundfarbe verhält sich dominant über die schwarze und braune Grundfarbe.
  • Die schwarze Grundfarbe verhält sich dominant über die braune Grundfarbe.
  • Die schwarze Grundfarbe verhält sich rezessiv zur roten Grundfarbe.
  • Die braune Grundfarbe verhält sich rezessiv zur roten und zur schwarzen Grundfarbe

Beispiel 1:

Beispiel_1Verpaaren wir einen reinerbig roten Täuber mit einer schwarzen Täubin, so erhalten wir in der Nachzucht folgende Jungtiere: 50 Prozent rote Weibchen und 50 Prozent äußerlich rote Täuber welche aber alle mischerbig für die schwarze Grundfarbe sind.

 Beispiel 2:

Beispiel_2Verpaaren wir einen mischerbigen Täuber für rot und schwarz aus Beispiel 1 zurück an seine schwarze Mutter, so erhalten wir in der Nachzucht folgende Jungtiere: 25 Prozent sind rote Weichen, 25 Prozent schwarze Weibchen, 25 Prozent schwarze Täuber in Reinerbigkeit, 25 Prozent rote Täuber mischerbig für schwarz.

 Beispiel 3:

Beispiel_3Verpaaren wir einen reinerbig schwarzen Täuber mit einer braunen Täubin, so erhalten wir in der Nachzucht folgende Jungtiere: 50 Prozent schwarze Weibchen und 50 Prozent äußerlich schwarze Täuber welche aber alle mischerbig für die braune Grundfarbe sind.

 Beispiel 4:

Beispiel_4Verpaaren wir einen mischerbigen Täuber für braun und schwarz aus Beispiel 3 zurück an seine braune Mutter, so wird die Nachzucht folgende Jungtiere bringen: 25 Prozent braune Weibchen, 25 Prozent schwarze Weibchen, 25 Prozent braune Täuber in Reinerbigkeit, 25 Prozent schwarze Täuber mischerbig für braun.

Die Grundfarben

Brieftauben können in den meisten Fällen anhand Ihres äußeren Erscheinungsbildes ihrer entsprechenden Grundfarbe zugeordnet werden. Dennoch existieren einige Erbfaktoren die das äußere Erscheinungsbild mehr oder weniger stark modifizieren. Dies erschwert teilweise eine entsprechende Zuordnung. Ebenfalls gibt es Erbfaktoren welche die Grundfarbe komplett überdecken. So zum Beispiel das „Rezzesiv Rot„. Neben der weißen Grundfarbe welche als Sonderfall betrachtet werden muss, kann zwischen drei verschiedenen Grundfarben unterschieden werden:

Die schwarze Grundfarbe:

blaubindige_Brieftaube

Blaubindig (schwarze Grundfarbe)

Der Vorfahre aller domestizierten Taubenrassen und somit auch der Brieftauben ist die Felsentaube. Die blaubindigen Felsentauben tragen die schwarze Grundfarbe in Reinerbigkeit. Dies ist mitunter der Grund, warum schwarz die am häufigsten vorkommende Grundfarbe aller Taubenrassen darstellt. Der schwarzen Grundfarbe können alle Varianten der blauen und schwarzen Farbschläge zugeordnet werden.

Die rote Grundfarbe:

dominantrote_Brieftaube

Dominant Rot (rote Grundfarbe)

Die rote Grundfarbe wird mitunter als Brieftaubenrot, Aschrot oder Dominant Rot bezeichnet. Die rote Grundfarbe entstand aus einer Mutation der schwarzen Grundfarbe. Typisch für Brieftauben mit roter Grundfarbe ist die hellgraue Färbung der Schwingen und Schwanzfedern, welche oft auch als „Fahl“ bezeichnet wird.

Die braune Grundfarbe:

Braunschimmel_0.1

Braun Schimmel (braune Grundfarbe)

Die braune Grundfarbe entstand ebenfalls aus einer Mutation aus der schwarzen oder der roten Grundfarbe. Brieftauben mit brauner Grundfarbe sind relativ selten zu finden. Braun wurde erst relativ spät in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts als eigenständige Grundfarbe erkannt.

 

Paarungen von Brieftauben mit verschiedenen Grundfarben sind im Ergebnis relativ leicht vorhersehbar. Dies liegt daran, dass sich die Grundfarben in gegenseitigem Verhältnis entsprechend dominant oder rezessiv verhalten.  Sehen Sie dazu den Artikel => Die Vererbung der Grundfarben.

Reinerbig und Mischerbig

Die Begriffe reinerbig und mischerbig sollen anhand von einem einfachen Beispiel mit dem Erbfaktor der Grundfarbe erklärt werden.

Nehmen wir an wir verpaaren als Beispiel Nummer 1 einen für die Grundfarbe reinerbig roten Vogel mit einer schwarzen Täubin. Wir  werden in der Nachzucht aus diesem Paar folgendes Ergebnis erhalten:

50 Prozent der Nachzucht wird aus roten Weibchen
bestehen und 50 Prozent der Nachzucht wird aus äußerlich roten Täubern bestehen die allerdings alle mischerbig für die schwarze Grundfarbe sind. Siehe hierzu nachfolgende Grafik:

reinerbig_mischerbig

 

 

 

 

Wir wissen nun, dass die Jungtäuber aus Beispiel 1 mischerbig für die Grundfarben rot und schwarz sind. Gibt es einen optischen Unterschied zu Ihrem Vater, welcher die rote Grundfarbe in Reinerbigkeit besitzt? Die Antwort lautet „in diesem Fall“ ja. Mit zunehmendem Alter werden die Jungtäuber mehr und mehr schwarze Tintenflecken bekommen, während ihr Vater dieses Merkmal nicht zeigt, da er reinerbig für die rote Grundfarbe ist.

Schwingen einer Dominant roten Brieftaube,  mischerbig für Schwarz

Schwingen von einem Roten Brieftauben Täuber, mischerbig für die Schwarze Grundfarbe, erkennbar an den Schwarzen  Tintenflecken.

reinerbig_rot

Flügel und Schwingen von einem reinerbig Roten Täuber, komplett ohne Schwarze Tintenflecken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

bsp_2

Im Umkehrschluss wollen wir mit einem zweiten Beispiel prüfen, was passiert wenn wir nun einen der Jungtäuber aus Beispiel 1 mit einer roten Täubin verpaaren. Wie wir an nebenstehender Grafik erkennen können, werden sich in der Nachzucht zu 25 Prozent rote Weibchen, zu 25 Prozent schwarze Weibchen und zu 50 Prozent reinerbig rote Täuber einstellen.

Nicht bei allen Erbfaktoren ist eine Mischerbigkeit so deutlich sichtbar wie beim Beispiel mit den roten Brieftauben Täubern und den schwarzen Tintenflecken. Es gibt eine Vielzahl an Erbfaktoren bei welchen eine Mischerbigkeit am äußeren Erscheinungsbild nicht erahnt werden kann. Die Mischerbigkeit wird in diesen Fällen verdeckt getragen, kann aber jederzeit im Verlaufe der Zucht und bei entsprechenden Kombination mit anderen Erbfaktoren sichtbar in Erscheinung treten.

Die Vererbung der Zeichnungsanlagen

ZeichnungsanlagenEs werden vier verschiedene Zeichnungsanlagen bei Tauben unterschieden. Hohlig, bindig, gehämmert und dunkelgehämmert. Die Zeichnung wird unabhängig von der Grundfarbe vererbt. Die Vererbung der Zeichnungsanlagen erfolgt in Abhängigkeit der jeweiligen Dominanz oder Rezessivität zueinander. Brieftauben können Ihre Zeichnungsanlagen in Reinerbigkeit oder in Mischerbigkeit tragen.

Genetische Symbole für die Zeichnungsanlagen:

Hohlig:                        c
Bindig:                        +     (Zeichnungsanlage vom Wildtyp)
Gehämmert:                C    (englisch für Checker)
Dunkelgehämmert:     CT   (englisch für T-Pattern Checker)

Die Erbinformation für die Zeichnungsanlagen kommt vom Vater und von der Mutter. Die Brieftaube trägt diese Erbinformation also doppelt.

Symbol Darstellung für Reinerbige Zeichnungsanlagen:

Reinerbig hohlig:                            c c
Reinerbig bindig:                            + +
Reinerbig gehämmert:                  C C
Reinerbig dunkelgehämmert:      CT CT

Symbol Darstellung für Mischerbige Zeichnungsanlagen:

Mischerbig bindig und gehämmert:                             + C
Mischerbig Bindig und hohlig:                                      + c
Mischerbig bindig und dunkelgehämmert:                + CT
Mischerbig gehämmert und hohlig:                             C c
Mischerbig gehämmert und dunkelgehämmert:       C CT
Mischerbig hohlig und dunkelgehämmert:                c CT

Die Reihenfolge der Dominanz bei den Zeichnungsanlagen:

Dunkelgehämmert ist dominant über Gehämmert, Bindig und Hohlig
.
Gehämmert ist dominant über Bindig und Hohlig.
Bindig ist dominant über Hohlig.

Als Reihenfolge sortiert nach der Dominanz ergibt sich also folgendes Schema:

dunkelgehämmert – gehämmert – bindig – hohlig <=> oder <=> CT – C – + – c

Beispiele für die Vererbung der Zeichnungsanlagen:

Beispiel 1:

Zeichnungsanlagen_1Wir verpaaren einen reinerbig bindigen Täuber mit einer reinerbig gehämmerten Täubin. Wie in der Abbildung links zu erkennen ergibt sich, dass alle Jungtiere aus diesem Paar mischerbig für die bindige und die gehämmerte Zeichnungsanlage sind. Äußerlich werden aufgrund der Dominanz von gehämmert über bindig alle Jungtiere die gehämmerte Zeichnungsanlage tragen.

Beispiel 2:

Zeichnungsanlagen_2Wir verpaaren zwei Jungtiere aus Beispiel 1 welche mischerbig für die bindige und die gehämmerte Zeichnungsanlage sind. Äußerlich zeigen beide die gehämmerte Zeichnungsanlage. Als Nachzucht aus dieser Paarung erhalten wir zu 25% C C reinerbig gehämmerte, zu 25% + + reinerbig bindige, sowie zu 50% + C mischerbige Jungtiere für die gehämmerte und die bindige Zeichnung. Die mischerbigen Jungtiere zeigen äußerlich aufgrund der Dominanz von gehämmert über bindig die gehämmerte Zeichnung.

Beispiel 3:

Zeichnungsanlagen_3In diesem Beispiel verpaaren wir einen reinerbig dunkelgehämmerten Täuber mit einer mischerbigen Täubin für die bindige und gehämmerte Zeichnungsanlage. Wie im Bild links zu erkennen erhalten wir folgende Nachzucht: 50% sind CT + also mischerbig für die dunkelgehämmerte und die bindige Zeichnungsanlage. 50 % sind CT C also mischerbig für die dunkelgehämmerte und die gehämmerte Zeichnungsanlage. Aufgrund der Dominanz von dunkelgehämmert über alle anderen Zeichnungsanlagen werden alle Jungtiere äußerlich dunkelgehämmert sein.

Beispiel 4:

Zeichnungsanlagen_4Aus Beispiel 3 verpaaren wir einen für die dunkelgehämmerte und bindige Zeichnungsanlage mischerbigen Täuber mit einer für die dunkelgehämmerte und gehämmerte Zeichnungsanlage mischerbige Täubin. Wie im Bild rechts zu erkennen erhalten wir folgende Nachzucht: 25% werden CT CT reinerbig dunkelgehämmert sein. 25% werden + CT mischerbig für dunkelgehämmert und bindig sein. Äußerlich tragen diese Tiere die dunkelgehämmerte Zeichnung wegen der Dominanz von dunkelgehämmert über bindig. 25% werden CT C mischerbig für dunkelgehämmert und gehämmert sein. Äußerlich tragen diese Tiere die dunkelgehämmerte Zeichnung wegen der Dominanz von dunkelgehämmert über gehämmert. 25% werden + C mischerbig für gehämmert und bindig sein. Äußerlich tragen diese Tiere die gehämmerte Zeichung wegen der Dominanz von gehämmert über bindig.

Beispiel 5:

Zeichnungsanlagen_5Im abschließenden Beispiel verpaaren wir einen reinerbig hohligen Täuber mit einer mischerbigen Täuben für gehämmert und bindig. 50% der Jungtiere werden c C mischerbig für hohlig und gehämmert sein. Aufgrund der Rezessivität von hohlig zu gehämmert zeigen diese Tiere äußerlich die gehämmerte Zeichnung. 50 % der Jungtiere werden c + mischerbig für hohlig und bindig sein. Aufgrund der Rezessivität von hohlig zu bindig zeigen diese Tiere äußerlich die bindige Zeichnung.

Der Ausbreitungsfaktor für Farbe (Spread)

0.1 Einfarbig Schwarz (Spread)

0.1 Einfarbig Schwarz (Spread) 1 Jährig

Der Ausbreitungsfaktor für Farbe wurde in der Genetik mit dem Symbol S versehen. S steht für Spread, englisch für ausbreiten. Der Ausbreitungsfaktor bewirkt, dass sich die Grundfarbe der Brieftaube über das gesamte Gefieder ausbreitet und die Zeichnungsanlagen überdeckt werden. Trägt eine Brieftaube den Ausbreitungsfaktor für Farbe, so wird Ihr äußerliches Erscheinungsbild einfarbig sein. So zum Beispiel einfarbig schwarz, einfarbig braun oder einfarbig rot (dominant rot).

0.1 Einfarbig Braun (Spread) 2 Jährig

0.1 Einfarbig Braun (Spread) 2 Jährig

Der Ausbreitungsfaktor für Farbe gehört nicht zu den Zeichnungsanlagen der Brieftauben sondern ist ein eigenständiges Gen im Erbgefüge. Die Zeichnungsanlagen sind trotz der Einfarbigkeit vorhanden und werden lediglich überdeckt. Bei wenig intensiv gefärbten einfarbigen Brieftauben kann man die Zeichnungsanlagen unter der Einfarbigkeit durchschimmern sehen. Intensiv gefärbte Einfarbige lassen keine Zeichnungsanlagen erahnen. Wer wissen will was ein Tier unter dem Ausbreitungsfaktor für Farbe trägt, kann mit einer Test Paarung und den Regeln der Vererbung der Zeichnungsanlagen leicht bestimmen was das Tier unter seinem „Spread Mantel“ trägt.

  • Brieftauben aus dem blauen Farbschlag (schwarze Grundfarbe) erscheinen bei Vorhandensein von Spread einfarbig schwarz.
  • Brieftauben mit roter Grundfarbe erscheinen bei Vorhandensein von Spread einfarbig fahl.
  • Brieftauben mit brauner Grundfarbe erscheinen bei Vorhandensein von Spread einfarbig braun (schokoladenfarbig).
1.0 Einfarbig mit durchschimmernden Zeichnungsanlagen - Erdbeefarbig

1.0 Einfarbig mit durchschimmernden Zeichnungsanlagen – Erdbeefarbig

Die Intensität der Färbung von einfarbigen Brieftauben ist variabel und steht auch in Abhängigkeit vom Vorhandensein weiterer modifizierender Erbfaktoren. Somit ist auch das Erscheinungsbild der Einfarbigen variabel. Bei einfarbig Roten (aschfarbigen) Brieftauben können in Kombination mit blaubindigen oder gehämmerten Tieren interessante Varianten entstehen. Das Bild links zeigt einen bläulich roten Vogel (mischerbig für rot und schwarz) welcher den Ausbreitungsfaktor für Farbe trägt. Seine farbliche Intensität aber ist relativ gering, deshalb schimmern die Zeichnungsanlagen deutlich unter dem Spread Faktor durch. Dieser Farbschlag wird auch Strawberry (erdbeerfarbig) genannt.

0.1 Rubella Spread gehämmert mit schöner Säumung

0.1 Rubella Spread gehämmert mit schöner Säumung 2 Jährig

Andere Erbfaktoren wiederum werden von Spread nicht völlig überdeckt. So treten zum Beispiel bei Rubella und Reduced in Kombination mit Spread die Zeichnungsanlagen als Säumung hervor. Dies kann ebenfalls beim vorhanden sein von Dominant Opal, Toy Stencil und weiteren Erbfaktoren der Fall sein.