Nicht geschlechtsgebundene Vererbung

0.1 Mischerbig Indigo gehämmert 1 Jährig

0.1 Mischerbig Indigo gehämmert 1 Jährig

Im Beitrag geschlechtsgebundene Vererbung könnt Ihr nachvollziehen, dass es Erbinformationen in der Tauben Genetik gibt, welche von Täubinnen nur einfach getragen werden. Durch die Regeln der geschlechtsgebundenen Vererbung kann das Geschlecht einiger Jungtiere bereits im Nest anhand dem Vorhanden oder nicht Vorhandensein äußerlicher Merkmale bestimmt werden.  Es gibt aber auch Erbinformationen die auch von Täubinnen zweifach getragen werden können. Hier spricht man dann von “nicht geschlechtsgebundener Vererbung“. Ein ideales Beispiel um diesen Erbvorgang zu erklären ist der Erbfaktor Indigo. Indigo wird dominant, nicht geschlechtsgebunden vererbt. Täubinnen können also gleich wie Täuber reinerbig oder mischerbig für den Indigo Erbfaktor sein. Dies bedeutet gleichwohl, dass sie gleich wie Täuber die Erbinformation für Indigo einfach (mischerbig) oder zweifach (reinerbig) tragen können.

0.1 Reinerbig Indigo 1 Jährig

0.1 Reinerbig Indigo 1 Jährig

Demnach kann im Gegensatz zur geschlechtsgebundenen Vererbung “nicht” anhand vom Vorhanden sein von Indigo das Geschlecht der Jungtiere bereits im Nest bestimmt werden. In den Abbildungen rechts sehen wir zwei Jährige Indigo Täubinnen. Die Täubin im oberen Bild trägt den Indigo Erbfaktor in Mischerbigkeit, also einfach. Die Täubin im unteren Bild trägt den Indigo Erbfaktor in Reinererbigkeit, also zweifach. Anhand von zwei Beispielen will ich die nicht geschlechtsgebundene Vererbung nachfolgend mittels Grafiken darstellen.

Beispiel 1

Wir verpaaren einen Mischerbigen Vogel für Indigo mit schwarzer Grundfarbe mit einer Täubin die ebenfalls die schwarze Grundfarbe, jedoch kein Indigo trägt.

example_1

 

 

 

 

Anhand der Grafik können wir Folgendes erkennen: 25% Der Jungtiere sind Mischerbige Indigo Täuber mit schwarzer Grundfarbe. 25% der Jungtiere sind Täuber mit schwarzer Grundfarbe, tragen aber kein Indigo. 25% Der Jungtiere sind Mischerbige Indigo Täubinnen mit schwarzer Grundfarbe. 25% der Jungtiere sind Täubinnen mit schwarzer Grundfarbe, tragen aber kein Indigo.

Beispiel 2

Wir verpaaren ein für Indigo reinerbiges Weibchen mit schwarzer Grundfarbe mit einem Täuber der ebenfalls die schwarze Grundfarbe, jedoch kein Indigo trägt.

example_2

 

 

 

 

Anhand der Grafik können wir Folgendes erkennen: 50% der Jungtiere sind Täuber, Mischerbig für Indigo und tragen die schwarze Grundfarbe. 50 % der Jungtiere sind Weibchen, mischerbig für Indigo und tragen die schwarze Grundfarbe.

Kurz gesagt lässt sich also “nicht geschlechtsgebundene Vererbung” auch so erklären: Egal ob Vater oder Mutter einen nicht geschlechtsgebundenen Erbfaktor tragen, es können immer Jungtiere in beiden Geschlechtern fallen die diesen Erbfaktor ebenfalls tragen.

Beim Indigo Erbfaktor werden die mischerbigen Jungtiere die Wirkung von Indigo auch in der äußerlichen Erscheinung zeigen. Dies liegt daran, dass Indigo ein nicht geschlechtsgebundener “dominanter” Erfaktor ist.

Mehr hierzu siehe im Beitrag => Dominant und Rezessiv

Die Vererbung der Grundfarben

Die Vererbung der Grundfarben bei Brieftauben unterliegt den Regeln der geschlechtsgebundenen Vererbung. Die Erbinformation für die Grundfarbe liegt demnach auf den Geschlechtschromosomen. Weibliche Brieftauben tragen die Erbinformation für die Grundfarbe nur einfach, während männliche Brieftauben die Erbinformation für Grundfarbe doppelt auf den Geschlechtschromosomen tragen.

Schwingen einer Dominant roten Brieftaube,  mischerbig für Schwarz

Schwingen einer Dominant roten Brieftaube, mischerbig für Schwarz, ersichtlich an den schwarzen Tintenflecken.

Demnach können Täuber beides, reinerbig oder mischerbig für die Grundfarbe sein. Ein Beispiel zum Verständnis für Reinerbigkeit und Mischerbigkeit finden Sie in folgendem Beitrag: Reinerbigkeit und Mischerbigkeit. Ist ein Täuber mischerbig für die Grundfarbe, beispielsweise für rot und schwarz, so wird er in seinem äußeren Erscheinungsbild aufgrund der Dominanz von rot über schwarz, die rote Farbe tragen obwohl er genetisch auch die Erbinformation für die schwarze Farbe trägt. Dies ist auch anhand von schwarzen Tintenflecken im Gefieder ersichtlich.

Weibchen hingegen können nach den Regeln der geschlechtsgebundenen Vererbung nicht mischerbig für die Grundfarbe sein. Sie erhalten die Erbinformation für die Grundfarbe nur einfach von Ihrem Vater vererbt. Dies bedeutet, dass Weibchen gentechnisch immer die Grundfarbe besitzen welche sie im äußeren Erscheinungsbild tragen. Für die den Weibchen fehlende Erbinformation wird in der Genetik zur Vereinfachung ein X verwendet.

Welche Grundfarbe eine Brieftaube bei der Vererbung erhält, unterliegt der Regel von Rezessivität und Dominanz der Grundfarben.

Kurz und einfach kann man es wie folgt darstellen:

  • Die rote Grundfarbe verhält sich dominant über die schwarze und braune Grundfarbe.
  • Die schwarze Grundfarbe verhält sich dominant über die braune Grundfarbe.
  • Die schwarze Grundfarbe verhält sich rezessiv zur roten Grundfarbe.
  • Die braune Grundfarbe verhält sich rezessiv zur roten und zur schwarzen Grundfarbe

Beispiel 1:

Beispiel_1Verpaaren wir einen reinerbig roten Täuber mit einer schwarzen Täubin, so erhalten wir in der Nachzucht folgende Jungtiere: 50 Prozent rote Weibchen und 50 Prozent äußerlich rote Täuber welche aber alle mischerbig für die schwarze Grundfarbe sind.

 Beispiel 2:

Beispiel_2Verpaaren wir einen mischerbigen Täuber für rot und schwarz aus Beispiel 1 zurück an seine schwarze Mutter, so erhalten wir in der Nachzucht folgende Jungtiere: 25 Prozent sind rote Weichen, 25 Prozent schwarze Weibchen, 25 Prozent schwarze Täuber in Reinerbigkeit, 25 Prozent rote Täuber mischerbig für schwarz.

 Beispiel 3:

Beispiel_3Verpaaren wir einen reinerbig schwarzen Täuber mit einer braunen Täubin, so erhalten wir in der Nachzucht folgende Jungtiere: 50 Prozent schwarze Weibchen und 50 Prozent äußerlich schwarze Täuber welche aber alle mischerbig für die braune Grundfarbe sind.

 Beispiel 4:

Beispiel_4Verpaaren wir einen mischerbigen Täuber für braun und schwarz aus Beispiel 3 zurück an seine braune Mutter, so wird die Nachzucht folgende Jungtiere bringen: 25 Prozent braune Weibchen, 25 Prozent schwarze Weibchen, 25 Prozent braune Täuber in Reinerbigkeit, 25 Prozent schwarze Täuber mischerbig für braun.